Aufgetaucht

Seit zwei Wochen bin ich auf den Lofoten. Aufgetaucht in einer völlig anderen Welt. Das Nordlicht hat mir zur Begrüssung ein faszinierendes Schauspiel geboten (Bilder bereits online, der Film auch bald). Das vorläufig letzte, denn auch um Mitternacht schickt die Sonne nun bereits Licht an den Horizont. Dämmerstimmung lässt das grünliche Licht verblassen. Die Fischer holen ihren letzten Fang ein. Die Dorsche tummeln sich vor den Lofoten, laichen, bevor sie ihre Reise um das Nordkapp in die Barentssee wieder antreten. Ich durfte mit den Fischern Petter und Nils-Petter zwei spannende Tage auf hoher See verbringen. Fünf Tonnen Dorsch zogen sie mit ihren Netzen an Bord der Breisund. Mit meiner Kamera habe ich alles virtuell eingefangen (ebenfalls bald online). 

 

Abgetaucht bin ich natürlich auch schon. Direkt vor dem Tauchzenter in Ballstad eröffnet sich eine faszinierende Unterwasserwelt. Ich übe mit meiner neuen Fotoausrüstung. Gar nicht so einfach, mit dem Makroobjektiv bei bewegter See die kleinen Objekte festzuhalten. Ich war bereits über fünf Stunden unter Wasser. Dabei bin ich unzähligen Seeigeln begegnet, habe einige mir unbekannte Lebensformen entdeckt: Würmer und Schalentiere. Seesterne sitzen vor meiner Linse und tanzen mit ihren Saugnäpfen über den Sand. Schnecken im Doppelpack vergnügen sich in ungewönlicher Geschwindigkeit. Ein Seeskorpion flüchtete vor meinem Licht. Und die Seeanemonen zeigen ihre Farbenpracht. Heute wird wieder getaucht. 

 

Ich lebe mich gut ein, beziehe bald mein kleines Zimmer am Hafen, lerne fleissig Tauchtheorie. Und das Wetter zeigt alle seiner Gesichter: Schnee, heftige Stürme, Sonnenschein, das in schneller Abfolge. Nun blendet gerade die Sonne, das Meer liegt still, die schroffen Felsen sind noch tief verschneit, die Möven kreischen, wenn ein Seeadler sich nähert. Alles wie aus dem Werbeprospekt über die Lofoten. Nur schöner. 

 

 

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Robert Hansen                           

abgetaucht in den Weltmeeren

                     

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